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July 7, 2018

Schuster, bleib …

Hallo an alle.

Ich bin sehr aufgeregt und überaus erfreut, euch endlich meine neue Veröffentlichung vorzustellen:


Bevor ich eine kleine Leseprobe zum Besten gebe, muss ich erst einmal meinen Dank an Kris (http://sickdelusion.com/) aussprechen. Ich hätte mir kein besseres Cover vorstellen können! Über dein Talent bin ich immer noch ganz sprachlos. Vielen Dank – irayo nìtxan nang! 

Der Klappentext verrät vielleicht nicht viel, aber die Spannung soll ja erhalten bleiben … und es gibt eine Überraschung, das kann ich euch schon mal versprechen.
Der 17-jährige Ferdinand hat vor zwei Jahren etwas Grauenhaftes erlebt. Seine Familie und Freunde raten ihm, es zu vergessen, doch seine Träume lassen es ihn wieder und wieder durchleben.

Nur Martha – eine neue Bekanntschaft – ermutigt ihn dazu, sich seinen Ängsten zu stellen.
Noch ein kleiner Hinweis. Da es sich bei der Erzählung um einen Beitrag zum diesjährigen Kindle Storyteller Preis handelt, helft ihr mir unglaublich, nicht nur mit dem Kauf des Buches in welcher Form auch immer und einer ehrlichen Rezension ;) sondern auch durch das Teilen und Weitersagen/Empfehlen – Mundpropaganda mal zum Vorteil nutzen! 

Solltet ihr das in den sozialen Medien machen, dann mit dem Hashtag #kindlestoryteller2018 und #schusterbleib, damit auch ich das finde und euch danken kann.


Damit zur

L e s e p r o b e
 
Sie schmiegte sich an ihn, um nicht vom Fahrtwind mitgerissen zu werden. Ihre Finger krallten sich in seine Jacke und pressten ihren Körper noch näher an den seinen. Es gefiel ihm und er hielt die Geschwindigkeit bei, damit sie nicht auf die Idee kam, die Nähe zu ihm zu lösen.
Das Moped brachte sie sicher über die einsamen Landstraßen, durch tiefe Schluchten und über bereits hoch aufragende Pässe. Das Gebirge zu ihrer Rechten senkten sich die Täler landeinwärts zu ihrer Linken gen Norden. Sie ließen die bekannten Routen hinter sich, das vertraute Umland des Dorfes lag bereits mehrere Kilometer zurück. Noch nie zuvor hatten sie sich so weit hinaus gewagt. Er sah auf den Tankstand und prüfte die Zeit. Sehr viel weiter sollten sie es nicht mehr wagen, oder sie würden es nicht vor Einbruch der Nacht ins Dorf zurück schaffen.
Ein Gefühl von Wehmut überkam ihn. Er musste zugeben, dass er es nicht enden lassen wollte. Er wollte den Rückweg nicht antreten und dem Zeitpunkt entgegen fahren, an dem er schon wieder Abschied von ihr nehmen musste. Er wollte ewig so weiter fahren. Den Sonnenuntergang im Rücken wollte er es anhalten lassen, bis sie der Sonne entgegenfuhren.
Er fühlte ihren fester werdenden Griff um seinen Brustkorb. Die Gedanken hatten ihn unvermittelt schneller werden lassen. Die gerade Landstraße ließ es zu, dass er sich kurz über die Schulter zu ihr umdrehen konnte: „Bin ich zu schnell?“
Er sah ihr konzentriertes Gesicht nur aus den Augenwinkeln: der zu einem Strich zusammengepresste Mund; die zusammengekniffenen, smaragdgrünen Augen; das zu einem straffen Zopf geflochtene, kastanienbraune Haar, das in der langsam sinkenden Sonne den Schein von Kupfer annahm. Sie zeigte so viel Entschlossenheit. Mittlerweile war er überzeugt, sie sehr gut lesen zu können – sie hatte Angst, aber das Gefühl reizte sie auch. Sie schüttelte den Kopf und zwang sich den Hauch eines Lächelns in die Mundwinkel.
Er spürte ein Luftloch. Erst, als er sich wieder auf den Straßenverlauf konzentrierte, bemerkte er, dass es keinerlei Unebenheiten auf der Strecke gab. Sie bringt mich um den Verstand. Er bewunderte ihre Abenteuerlust, ließ die Hand dennoch vom Gas und das Moped langsam ausrollen. Er durfte nicht übermütig werden.
Es hatte in den vergangenen Wochen genügend Überredungskunst gefordert, seinem Vater zu vermitteln, dass er mehr und mehr Touren mit dem neuen Mädchen unternahm. Er musste nicht auch noch erfahren, dass sie dabei die Helme an einer versteckten Stelle zurückließen, sobald sie den Ortsausgang hinter sich gelassen hatten. Neu erworbener Führerschein hin oder her. Was nützte es, einen Ausflug zu machen, wenn man der Person nicht in die Augen sehen konnte und die Helme ständig aneinander stießen, wenn sie sich an ihm festhielt? – Wilhelm Alois Schuster wäre davon überzeugt gewesen, dass der Neuzuwachs im Dorf seinen Sohn dazu verleitet hätte, aber Ferdinand sah das anders.
„Warum werden wir langsamer, Schuster?“, erreichte ihn ihre Frage gegen den Fahrtwind.
Sie mochte seinen Rufnamen nicht, also nannte sie ihn nach dem Vorbild amerikanischer Krimiserien, die sie so liebte, beim Familiennamen. Nur, wenn sie ihm schmeicheln wollte, wich sie auf seinen Rufnamen aus – und auch dann nur auf den zweiten, was er mittlerweile selbst übernommen hatte.
Als sein Vater davon Wind bekam, dass sie seinen Sohn mit Nachnamen ansprach, musste er sich sichtlich beherrschen, nicht ausfallend zu werden und wie ein Koloss zu stampfen: „Unerhört! Respektlos!“, hatte er später plusternd hervorgebracht. „Als ob ihr Fremde wärt. Was glaubt sie, wen sie vor sich hat? Mit ihren neunmalklugen Sprüchen und der albernen Zahnspange. Immerhin stellen wir hier eine der ältesten Familien …“ Und so ging es weiter, aber Ferdinand hatte schon nicht mehr hingehört. Seit sein Vater die Zahnspange erwähnt hatte, kreisten seine Gedanken um das strahlende Lächeln von Martha Nobel, das durch die metallischen Klammern nur noch mehr schimmerte … und auch wenn er wusste, wie klischeehaft es war, flüsterte er vor dem Schlafen ihren Namen wie ein Mantra. Sein Martha-Mantra.
„Weil ich als einziger die Zeit im Auge behalte, wie mir scheint“, gab er zurück und suchte nach einer passenden Stelle, um zu wenden und den Rückweg anzutreten.
Er schien sie jedoch nicht zu finden. Sie rollten dahin, er gab weder Gas, noch bremste er ab. Ihr sicherer Griff um seinen Oberkörper zeigte ihm, dass auch sie diesen Spätsommerausflug nicht zum Ende kommen lassen wollte. Sie ließ ihr Kinn auf seiner rechten Schulter ruhen. Ihr Atem an seinem Hals sandte ein Kribbeln durch seinen gesamten Körper.
„Nur noch eine kleine Weile, Ferdi“, sagte sie jetzt kaum hörbar.
Er gab ihr ein seitliches Lächeln, nickte knapp und richtete seine Aufmerksamkeit auf die Landstraße. Sie bringt mich um den Verstand. Sie umarmte ihn kurz fester und legte ihren Kopf dann seitlich auf seinen Rücken, um die vorbeiziehenden Berge zu betrachten, die von der untergehenden Sonne feurige Gipfel bekommen hatten.
„In Ordnung, Miss Noble, noch ein kleines Stückchen.“
Aus irgendeinem Grund korrigierte sie ihn nicht und ließ sich auch zu keiner Spitze hinreißen. Manchmal erstaunte es ihn, wie besessen sie von Namen zu sein schien – vornehmlich ihrem eigenen. Aber das lag vermutlich daran, dass beinah niemand im Dorf ihn richtig auszusprechen vermochte. Martha Nobel hasste es, wenn Leute ihren Vornamen deutsch und ihren Nachnamen wie den schwedischen Preis aussprachen. Sie bestand, so wie es ihre Eltern vorgesehen hatten, auf die englische Aussprache mit „ti-äjtsch“ und den Nachnamen wie das deutsche Adjektiv „nobel“. Sie hatte mit den Schultern gezuckt, als sie ihm diesen Spruch das erste Mal aufgesagt hatte. „Kann doch nicht so schwer sein, oder?“ – Er würde es nicht zum letzten Mal hören.
In seiner Familie stieß das natürlich auf taube Ohren. Es schien, als würden sich die Sprachorgane der Schusters mit Zunge und Lunge dagegen wehren. Wenn sie von ihr sprachen – und nicht gleich auf die deutsche Variante des Namens zurückgriffen –, war Ferdinand sich oft nicht sicher, ob sie beim Erwähnen von „Marsa“ von der fünfzehnjährigen Tochter des neusten Zuwachses in der Gemeinde redeten oder eine neue weibliche Form für Marsianer erfunden hatten.
Sie fuhren ein Stück weiter. Ferdinand überließ Martha immer die Entscheidung, wann sie umkehren sollten, obwohl es so wirkte, als hätte er die Zügel in der Hand. So war sie, Martha Nobel: Sie beeinflusste, indem sie andere die Entscheidung treffen ließ. Immer wieder sagte er sich, nur noch einen Kilometer. Noch bis zur nächsten Biegung. Bis zur nächsten Halteinsel. Aber sie fuhren weiter. Sie fuhren, bis die feurigen Gipfel der Berge zu feurigen Spitzen geschrumpft waren und die Täler, durch die sie die Landstraße führte, angenehme Kühle im Vergleich zu den sengenden Hängen boten.
Mittlerweile wusste er, dass sie es nicht mehr rechtzeitig vor Einbruch der Dämmerung nach Hause schaffen würden – eine Vereinbarung, die Martha mit ihrer Mutter getroffen hatte, um die Erlaubnis zu bekommen, mitfahren zu dürfen. Sie brachten ihre gemeinsame Zeit in Gefahr – sie wusste es ebenso wie Ferdinand, aber im Moment war es ihnen egal. Hier und jetzt zählte nur ihre gemeinsame Zeit.
Irgendwann hörte er Martha hinter sich seufzen. „Meine Mutter wird mich umbringen.“
„Das will ich natürlich nicht, Nobel“, hörte er sich sagen. Es sollte die Stimmung aufheitern, aber es schien alles nur noch schwerer zu machen, die Luft drückender, zähflüssiger. „Kehren wir also um.“ Es hieß, das unvermeidliche Ende herbeizuführen, das sie so lange versucht hatten, aufzuschieben.
„Noch bis zu dem Ortseingangsschild“, versuchte es Martha und wies geradewegs auf die Strecke vor ihnen.
Tatsächlich war in der einsetzenden Dämmerung in der Ferne ein Schild zu sehen. Ferdinand war sich nicht einmal darüber bewusst gewesen, dass sie sich in der Nähe einer Siedlung befanden. Er hatte sich keine bestimmte Strecke herausgesucht. Das war ihre Vereinbarung gewesen: Einfach drauf losfahren. Jeden Tag in eine andere Richtung. Egal, wohin. Und das hatten sie getan. Ferdinand hatte keine Karte konsultiert und in der letzten halben Stunde auch auf keine Verkehrsschilder geachtet. Er war sich nicht einmal sicher, ob es welche gegeben hatte. Aber dort war er, ein längst vergessener Markierungspunkt.
Ferdinand schaltete zum besseren Erkennen endlich die Scheinwerfer ein und brachte das Moped zum Stehen. Er konnte es sich im Moment nicht erklären, aber ihm lief ein Schauer über den Rücken, als sie sich dem Schild näherten.
Er fand jedoch bald eine Erklärung dafür: Es war alt und nicht instand gehalten. An seinem Sockel wuchs ein Schlehdornstrauch und streckte sich bis hinauf zum Sims. Das Schild war tatsächlich so alt, dass es aus Holz gefertigt worden war – etwas, das vor hundert Jahren noch als Pflicht für jede Gemeinde im Umkreis von mehreren Kilometern galt. Aber selbst seine Gemeinde hatte irgendwann zu den üblichen gelben Ortsschildern gewechselt. Seine Eltern hatten ihm erzählt, dass es im Gemeinderat Bestrebungen gab, die traditionellen Schilder wieder einzuführen, obwohl das einen bürokratischen Rattenschwanz nach sich ziehen würde.
Dieses hier war alt und Ferdinand konnte sich nicht daran erinnern, dass es so weit südlich noch eine Siedlung gab. Ein Schild geformt wie die Front eines Hauses mit Giebel und Dachfirst und allem, was dazu gehörte. Irgendwann mussten sogar einmal Vögel hier genistet haben: Die Ecken waren mit Resten von Zweigen, Gras, Federn und Kot verdreckt.
„Was ist das für ein Ort?“, fragte Martha hinter ihm. Sie sah sich aufmerksam um, beobachtete das Schild kaum, sondern versuchte, die dahinterliegende Ortschaft auszumachen. Nirgends war Licht von Häusern oder eine Straßenbeleuchtung zu sehen. „Schuster?“, vergewisserte sie sich.
Doch Ferdinand gab keine Antwort; konnte keine Antwort geben. Er erlebte ein Luftloch ganz anderer Art. Eines, das keine Zahnspange dieser Welt ausfüllen konnte. Er hatte das Gefühl, seine Eingeweide zogen sich schabend zusammen, um sich zu einem Knoten zu verbinden und zu Stein zu werden. Marthas Nachfrage hörte er kaum. Stattdessen vernahm er ein entferntes Echo. Eine Stimme aus den Tiefen der Zeit; ein Gewitter, Donner, das Zerbersten von Glas, das Schließen einer Tür, Wimmern und der Schrei von neuem Leben …
„Ferdinand!“ Marthas besorgte Stimme drang endlich zu ihm und holte ihn aus seiner Starre.
Die Brise, die ihm entgegen wehte, musste von der Wärme des Tages eine angenehme Temperatur haben. Für ihn war sie eiskalt aufgrund des Schweißes, der sich auf seiner Stirn und in seinem Nacken gebildet hatte.
Er bemerkte den besorgten Blick, den Martha ihm zuwarf, konnte seine Aufmerksamkeit jedoch nicht von diesem alten Schild abwenden. „Was ist das für ein Ort?“, wiederholte seine Begleiterin ihre Frage. Er mochte es sich nur einbilden, aber er glaubte, einen Anflug von Panik in ihrer Stimme zu vernehmen. Etwas, von dem er geglaubt hatte, dass sie gar nicht fähig dazu wäre. Doch der Urinstinkt besiegte alles. Etwas stimmte nicht mit diesem Ort und sie spürte es.
„Nichts!“ Er riss sich gewaltsam aus seiner Starre, betätigte die Kupplung und wandte den Lichtkegel des Scheinwerfers zurück auf die Straße.
„Was meinst du damit? ,Nichts‘?“, fragte Martha, die sich besann und wieder an ihm festhielt, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren und vom Moped zu fallen, als er zur Fahrt ansetzte. Er wechselte in scharfer Kurve die Richtung und schlug den Rückweg ein. „Was machst du?“ 
„Wir fahren zurück“, stellte er sachlich fest. „Etwas, was wir schon lange hätten tun sollen. Wir sind viel zu spät dran, Nobel. Nicht nur deine Mutter wird an die Decke gehen. Mein Vater wird es auch. Und das wird kein Zuckerschlecken. Wir sind viel zu lange unterwegs gewesen, viel zu weit …“ Zum wiederholten Mal versuchte er den Kloß in seinem Hals herunterzuwürgen. So sehr er es auch versuchte, es wollte nicht gelingen. „Wir müssen zurück“, brachte er bestimmt hervor, presste die Lippen aufeinander und starrte auf die Straße, auch wenn er merkte, dass ihr Blick sich neugierig und unverständlich in seinen Rücken bohrte.


Schuster, bleib …
Stefan G. Müller
ISBN: 978-1722372224
1. Auflage, 114 Seiten
ca. 24.500 Wörter

Jetzt erhältlich über Amazon und als Kindle eBook

November 4, 2015

NaNoWriMo 2015

I almost forgot to let you know about this year’s …



Yes, I’m taking part again. As I told a friend of mine—who actually brought me to NaNoWriMo 4 years ago: I wouldn’t miss it for the world.

It’s time to dive deep into that jungle of words, phrases and paragraphs again to arrive at something that might not be a finished novel but that you can work with.

I’m looking forward to seeing my own story unfold. I have a rough guide line up to a certain point with a chapter overview. Even now I experience that characters go off track and my prologue is longer than I thought it would turn out … but I enjoy every minute of it because it means that the story and the creative juices are alive and well.

Keep on writing.

≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈

Ich habe beinah vergessen, euch über den diesjährigen NaNoWriMo zu erzählen.

Ja, ich mache wieder mit. Wie ich einem Freund erzählte – in der Tat brachte er mich vor 4 Jahren zum NaNoWriMo: Ich würde es um nichts in der Welt verpassen.

Es ist Zeit, in den Dschungel aus Wörtern, Sätzen und Abschnitten einzutauchen, um an etwas zu kommen, das vielleicht noch kein fertiger Roman ist, aber mit dem man arbeiten kann.

Ich freue mich darauf, zu sehen, wie sich meine Geschichte entwickelt. Ich habe einen groben Plan in Form einer Kapitelübersicht bis zu einem bestimmten Punkt. Bereits jetzt erlebe ich, dass Charaktere sich anders verhalten und der Prolog ist länger als ich mir das zuerst vorgestellt habe … aber ich genieße jede Minute, weil es heißt, dass die Geschichte und die kreativen Energien gesund und munter sind.

Immer schön weiter schreiben.


September 25, 2015

»Die Rückkehr der Störche«

Hallo an alle, die sich aus welchen Gründen auch immer hierher verirrt haben.

Wie bereits vor ein paar Monaten kryptisch angekündigt, ist es heute endlich so weit. Getreu der Lebensweisheit: »Was lange währt…« – hier also das Cover zu »Die Rückkehr der Störche«:



Bevor ich eine kleine Leseprobe des ersten Kapitels zum Besten gebe, muss ich erst einmal meinen Dank an Josh Feldman aussprechen. Der Autor der Novelle ableYoung, Regisseur/Autor des phantastischen Indie Sci-fi Films Senn und Editor für die für 2016 angekündigte Dokumentation Conlanging: The Art of Crafting Tongues von Britton Watkins, ist nicht nur hinter der Kamera begabt, sondern hat meine Vorstellungen für das Cover wunderbar umgesetzt!

Die düstere Stimmung des Kurzromans vereint diese Szene meiner Meinung nach gekonnt. Josh, thank you so much for the support!

Ohne weiteres, langes Gerede hier also die


L e s e p r o b e

1 Neue Nachbarn

„Was machen die denn bloß?“ Lukas Tellner sah zu seinem Vater auf, der ungläubig aus dem Fenster zum Nachbargrundstück blickte. Seit einer Woche wussten sie von der Ankündigung, dass sich neue Käufer für das Haus gefunden hatten. Vor zwei Tagen war der erste Lieferwagen vorgefahren und schwere Möbel wurden von der Rampe gehievt. Nun hatten sich die Käufer zum ersten Mal der Nachbarschaft gezeigt. Lukas’ Vater war aus einem unerfindlichen Grund nicht begeistert gewesen.

Lukas kamen die neuen Nachbarn sehr freundlich vor. Etwas nervös hatten die Schillings geklingelt und Klara Schilling hatte sich und ihren Mann Gregor mit einem Lächeln vorgestellt und gesagt: „Bevor Sie mit Brot und Salz vor unserer Tür stehen, wollten wir Ihnen zuvorkommen. Denn das ist wirklich nicht nötig. Wir wollen kein Aufheben machen. Wir wollten uns nur kurz der Nachbarschaft vorstellen und alle darauf vorbereiten, worauf sie sich einlassen.“ Dabei hatte sie ihrer Tochter, die ihr bis zu den Hüften reichte, die Hand auf die Schulter gelegt, während sie gleichzeitig ihren Bauch unter dem geblümten Sommerkleid streichelte, der sich sichtbar abhob. Sie hatte geschmunzelt und ihre Tochter hatte das Lächeln höflich nachgeahmt.

Lukas’ Vater hatte angeboten, wann immer sie etwas bräuchten, sie zu ihnen kommen könnten und betont, dass die Nachbarschaft sehr freundlich sei. Lukas bemerkte jedoch, dass er seiner Frau dabei nervös über den Rücken fuhr und ihre Blicke immer wieder zu Frau Schilling schweiften.

Danach waren die Schillings in ihr neues Haus zurückgekehrt. Das Werkeln ging weiter und Lukas beobachtete, wie sich das Verhalten seiner Eltern wandelte. Sie nahmen sich plötzlich viel Zeit, die Gardinen zu richten, an der Spüle vor dem Fenster zu stehen, die Post zu holen oder die Veranda zu fegen. Verstohlene Blicke wurden zum Nachbarhaus geworfen und wann immer das Gespräch auf die neuen Nachbarn fiel, sank ihr Gesprächston zu einem Flüstern.

„Was ist denn?“, fragte Lukas’ Mutter nun und kam zu ihrem Mann ans Fenster. Lukas vertrieb sich weiter die Zeit mit einem Buch, ohne seine Eltern merken zu lassen, dass er sie neugierig aus den Augenwinkeln beobachtete. Sie verhielten sich wirklich merkwürdig in den letzten Tagen. Er verkniff sich jedoch die Frage, was gerade so wichtig dort draußen war. Selbst nicht, als seine Mutter ihren Mann ungläubig anblickte und ein besorgtes Gesicht zeigte. Sie presste ihre Lippen konzentriert zusammen, als müsse sie sich beherrschen, nichts zu sagen und Lukas bemerkte den Ansatz eines Kopfschüttelns.

„Sollten wir mit ihnen reden?“, fragte sein Vater gedämpft.

„Wozu? Denkst du, sie würden auf uns hören? Außerdem bin ich sicher, dass Cornelia das sehr bald übernehmen wird. Was vielleicht besser ist. Sie kann etwas besser durch die Blume reden. Ich würde mich nur verhaspeln und sie würden mich vermutlich für eine stammelnde Wahnsinnige halten.“ Sie legte ihm beruhigend eine Hand auf den Arm. „Richard, mach dir nicht allzu viele Gedanken. Es wird sich schon irgendwie regeln. Du hast sie doch gesehen. Es ist noch ein wenig Zeit. Bis dahin ist es vielleicht sogar schon Winter. Dann wird sich das Problem von ganz allein gelöst haben.“

Richard Tellner blickte sich auf einmal sehr verschwörerisch um, als würde er vermuten, dass sie jemand belauschte. Lukas merkte, dass er seit geraumer Zeit keine Seite mehr umgeblättert hatte. Er wechselte die Position, wandte seinen Rücken absichtlich halb zu den Eltern und hörte seinen Vater kaum noch, als dieser gepresst sagte: „Erinnere dich an Webers. Der einbrechende Winter hat ihnen auch nicht geholfen.“

Lukas hörte das ziehende Geräusch seiner Mutter, die scharf die Luft einsog. Irgendwo tief in ihm regte sich ein Gefühl, das ihm ungut aufstieß, als hätte er einen Apfel auf leeren Magen gegessen. Der Name Weber sagte ihm irgendetwas, aber im Augenblick war es nur ein Gefühl, das er nicht näher benennen konnte. Allein, dass er bei seiner Mutter eine solche Reaktion verursachte, machte ihn ein wenig nervös. Ihr Zischen machte das Ganze nicht besser: „Wir hatten uns geeinigt, dass wir sie nicht wieder erwähnen!“

„Du und deine Kaffeeklatschrunde hattet das beschlossen, Elli, nicht ich…“ Er stockte kurz und schien sich plötzlich zu erinnern, dass er noch etwas zu tun hatte. Mit einem Murmeln verschwand er in den Schuppen hinter dem Haus.

Lukas blätterte eine weitere ungelesene Seite um und starrte auf das Buch, ohne wirklich etwas zu sehen. Seine Mutter stand noch eine Weile regungslos am Fenster. Auch sie starrte auf einen unbedeutenden Punkt am Fensterrahmen, bevor sie etwas aufschreckte, sie sich die Hände an den Oberschenkeln abwischte und nach oben ging.

Kaum hatte sich die Tür geschlossen, war Lukas auch schon aus dem Sessel aufgesprungen und zum Fenster gehastet. Er dachte nicht wirklich, noch etwas von dem zu sehen, was seinen Vater so aus der Fassung gebracht hatte. Neugierig spähte er nach draußen: Noch immer war ein Lieferwagen vor dem Haus der Schillings geparkt. Ein kleinerer Wagen einer Malerfirma hatte sich dazu gesellt. In der Einfahrt stand der blaue Fünftürer in der Spätsommersonne und reflektierte das einfallende Licht. Lukas hatte den Wagen als besonders faszinierend empfunden, weil er so ausgesehen hatte, als käme er ständig aus der Waschanlage. Kein Dreck war an ihm zu finden. Keine Schlieren oder Tapsen von Katzen. Keine Kratzer, Werbung oder sonstige Aufkleber, doch jetzt entdeckte er einen an der hinteren Stoßstange, der vor ein paar Tagen noch nicht da gewesen war. Einer dieser Aufkleber, die man in der Stadt in einem Laden für allerhand Klimbim bekommen konnte. Er verkündete: Ein weiteres Baby an Bord … bald.



Die Rückkehr der Störche
Stefan G. Müller
ISBN: 978-1514346686
2. Auflage, 114 Seiten
ca. 31.000 Wörter

Jetzt erhältlich über Amazon, eStore (CreateSpace) und als Kindle

July 31, 2015

Camp NaNoWriMo Update

Need I say more?



I set myself the goal of 30.000 words and earned my winner badge at about 33.600 just a few minutes ago. I call that a success. Even more so when I consider that my current story is far from finished. Since the Camp gives you the opportunity to choose a genre, I decided on short story/novella. At about 72 pages in I finished the draft for the novella “Schuster, bleib …

After that I started right off with the next project (untitled as of yet) – an idea for a fantasy book that could potentially become a series. Who knows. I’m two chapters in, fleshing out the world and having a blast doing it. There’s still a lot to do and a long way to go.

I have to thank my wonderful cabin mates who made this first experience of Camp NaNoWriMo an extraordinary one! Guys, it was fun. Let’s meet up for a writing marathon again some time soon!

Here’s to you all: write on!

≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈

Muss ich noch mehr sagen?

Ich hatte mir das Ziel von 30.000 Wörtern gesetzt und habe mein Gewinnerplakette vor ein paar Minuten mit knapp über 33.600 abgeholt. Das nenne ich einen Erfolg. Mehr sogar noch, wenn ich bedenke, dass die derzeitige Geschichte noch lange nicht beendet ist. Da das Camp einem die Möglichkeit gibt, ein Genre zu wählen, habe ich mich für Kurzgeschichte/Kurzroman entschieden. Nach etwa 72 Seiten, beendete ich die Rohfassung des Kurzroman „Schuster, bleib …

Danach fing ich gleich mit dem nächsten (noch titellosen) Projekt an – eine Idee für ein Fanatasy-Buch, das eventuell eine Reihe werden könnte. Wer weiß. Ich bin im zweiten Kapitel, baue die Welt aus und habe einen Mordsspaß daran. Es gibt noch einiges zu tun und einen langen Weg zu gehen.

Ich muss an dieser Stelle meinen Camp-Mitstreitern einen riesen Dank aussprechen, die mein erstes Camp NaNoWriMo-Erlebnis zu einem außergewöhnlichen gemacht haben! Leute, es hat Spaß gemacht. Lasst uns bald mal wieder zu einem Schreibmarathon zusammenkommen!

An euch alle: schreibt weiter!


July 22, 2015

Camp NaNoWriMo 2015

Late to the party but I have been coaxed into taking part in this year’s



In a way it’s only logical. At the beginning of the month I had an idea for a new short story (it slowly turns into a novella but I won’t get into it too much for now) and started writing regularly again. A new acquaintance pointed out to me that it is Camp NaNoWriMo month and asked whether I wanted to join the cabin and writing-ballooza. I thought, it can’t hurt to have an additional incentive. Mind you, that was already 10 days into the event. So I set myself the goal of 30.000 words and up until now it’s going quite well.

As always, I fear the editing part afterwards. Right now I only concentrate on writing. My motto – that I took from one of last November’s NaNoWriMo participants –
“First drafts don’t have to be perfect. They just have to be written.”

And from one of the pep talks:
“I can fix a bad page, I can’t fix a blank page.” (Nora Roberts)

On that note: write on!

≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈

Spät dran wie immer, aber ich habe mich tatsächlich zum diesjährigen Camp NaNoWriMo überreden lassen.

Auf gewisse Art ist es nur logisch. Anfang des Monats hatte ich eine Idee für eine Kurzgeschichte (es entwickelt sich langsam zu einem Kurzroman, aber ich werde im Moment nicht weiter darauf eingehen) und begann, regelmäßig daran zu schreiben. Ein neuer Bekannter wies mich darauf hin, dass es Camp NaNoWriMo Monat ist und fragte, ob ich nicht mit ins Zelt kommen und beim Schreibwahnsinn mitmachen möchte. Ich dachte, ein zusätzlicher Ansporn kann nicht schaden. Bitte zu beachten, dass das Ereignis zu diesem Zeitpunkt schon 10 Tage lief. Ich setzte mir also das Ziel von 30.000 Wörtern und bis jetzt läuft es ganz gut.

Wie immer fürchte ich mich vor dem Korrekturprozess danach. Im Moment konzentriere ich mich jedoch auf das Schreiben. Mein Motto, das ich von einem Mitstreiter vom letzten November übernommen habe:

„Eine Rohfassung muss nicht perfekt sein. Sie muss nur geschrieben werden.“

Und aus einer der Mails mit aufmunternden Worten:
“Ich kann eine schlechte Seite verbessern; ich kann keine leere Seite verbessern.” (Nora Roberts)

In diesem Sinne: weiter schreiben!


July 5, 2015

Update – was es Neues gibt

Während die Temperaturen unermüdlich steigen, bin ich ebenso unermüdlich gewesen und habe das Projekt self-publishing in Angriff genommen.

Schon vor einem Jahr bin ich auf CreateSpace aufmerksam geworden, das einem erlaubt, seine eigenen Schreibprojekte über Amazon als print-on-demand oder Download zu verwirklichen. Nach langem Zögern, dachte ich mir: Es wird Zeit, die Dinge in die Hand zu nehmen und etwas in die Welt zu entlassen.

Ich habe mir also in den letzten Wochen eine längere Erzählung von mir vorgenommen, sie überarbeitet und für die formellen Richtlinien zur Einreichung vorbereitet. Außerdem habe ich tatkräftige Unterstützung von Freunden aus dem learnNa’vi-Forum bekommen, auf die ich in einem späteren Beitrag noch genauer eingehen werde. Alles befindet sich in der abschließenden Phase und selbstverständlich werdet ihr hier alle Neuigkeiten erfahren.

Ich wollte allerdings schon mal eine kleine Vorankündigung machen. Dafür habe ich einen neuen Reiter eingerichtet. Unter „Schreibstube/Bücher“ findet ihr ab jetzt neben der derzeitigen Ankündigung auch zukünftig aktuelle Informationen über kommende Projekte.

Hier jedoch schon die



Ankündigung

„Die Rückkehr der Störche“

Das Leben im Dorf ist nicht immer einfach. Auch Bachkirchen bildet da keine Ausnahme. Manchmal sind die Ansichten veraltet, Traditionen werden über Generationen getragen, das Ansehen der Familie geht über alles und ungeschriebene Regeln können auch langjährigen Bewohnern zum Verhängnis werden.

Der fünfzehnjährige Lukas Tellner erfährt am eigenen Leib, wie sich das Verhalten der Dorfbewohner wandelt, als Familie Schilling im Nebenhaus einzieht.

Das scheinbare Dorfidyll hat einen Haken. In Bachkirchen ranken sich düstere Legenden um den Zeitpunkt, an dem ein Storch gesichtet wird. Sie gelten als Unglücksboten. Und kaum sind die Schillings eingezogen, werden Störche gesichtet…


Cover der privaten, nicht kommerziellen Sonderausgabe 2013

Leserstimme zur ersten Geburtstagsjubiläums-Sonderausgabe 2013:
Eine spannende und Gänsehaut bringende Geschichte … ein schönes Leseerlebnis für Geist und Herz!
—Ulli 
… düster … spannend … melancholisch …
—Mama
Was zu Beginn lediglich ein wenig merkwürdig erscheint, gewinnt im Laufe der Geschichte nicht nur an Tempo, sondern vor allem an fast unerträglicher Spannung. Und nicht wenige Leser werden eine Fortsetzung schmerzlich ersehnen!
—Anja

2. Auflage, ca. 115 Seiten.
Die überarbeitete Ausgabe ist in Kürze über Amazon CreateSpace erhältlich…