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January 17, 2014

Shakespeare mal anders… So HASSE, wenn du willst, MICH

Bei der Behandlung mit Shakespeare und dem nie enden wollenden Hype um Hamlet, Macbeth, Romeo und Julia, Ein Sommernachtstraum und sie nicht alle heißen, werden seine anderen literarischen Ausflüge oft vergessen.

Es heißt, seine Sonette gelten als eine der schönsten Liebesgedichtsammlungen der Welt und sind dennoch teilweise so rätselhaft, dass es ganze Abhandlungen braucht, um eines zu verstehen.

Das Puppentheater Halle hat es sich, zusammen mit der Gruppe Nico and the Navigators, zur Aufgabe gemacht, den interessierten Zuschauer auf eine etwas andere Weise an diese Gedichte heranzuführen.

Was dabei herauskommt, ist ein unterhaltsamer Abend mit Live-Musik und einer kleinen Auswahl aus den 154 Shakespeare-Sonetten in Englisch und deutscher Übertragung. Es ist mehr eine Performance als ein reines (andererweitig vielleicht langweiliges) Vortragen. Es lässt einen erinnern, dass die Worte auf dem Papier nicht nur gelesen werden wollen, sie wollen auch gesprochen werden, artikuliert und in allen Formen auf der Zunge gerollt werden. Das Ohr kann dabei neue Arten des Hörens entdecken, an die man vorher vielleicht gar nicht gedacht hatte.

So HASSE, wenn du willst, MICH; aber gleich - Shakespeares Sonette
Then HATE ME when thou wilt; if ever, now – Shakespeare’s Sonnets

ist absolut sehens- und hörenswert. Für mich seit langer Zeit wieder ein Höhepunkt eines Theaterabends.

February 11, 2013

Säwìntxu Tìsrusewä alu »Ukatxkxe«

Trram loleiu oer skxom fwa nìn säwìntxut a ngolop pongul tìsrusewä alu Pilobolus. Tsasäwìntxur fko syaw Ukatxkxe fu »Shadowland« nì’Ìnglìsì.
Vur lam fyin: ’Evenge klltxäpeykeray txon’ong. Pol new futa fkol poti zivet fyeyntupxel slä sneyä sa’sem tsakem ke si. Krra po sngä’i hivahaw, tse’a pol ukit a mì kemyo … po hahaw ulte mì unil peyä fpxäkìm nemfa atxkxe ayukä.

Fya’o amip a fìpongul tìsrusewä wìntxu sìlenti a unilmì rolo’eia oer nìtxan. Fol sar atanit, mehemyot, hola sä’ot, pamtseot sì keng aysokxit sneyä fte rì’ìr si kifkeyru, ayewllur, ayioangur, lahea ayursì leronsrel.

Tsapongu serop ka Europa pxiset. Txo ayngar liyevu skxom a tse’a fìsäwìntxut, rutxe tsakem sivi. Lu pxan.

Fìreltsyìpmì arusikx aynga tsun tsive’a teyngta pefya ’evet fkol leykatem nemfa nantangtsyìp … mawl nantangä taluna pori re’o latem nì’aw. Tseo sì uvan a ayukhu wou!

February 12, 2011

heute weder hamlet…

Noch während die letzten, knapp vor der Vorstellung eintrudelnden Zuschauer den Saal betreten – das Licht ist noch eingeschaltet, der Vorhang geschlossen, die Souffleuse hat gerade ihren Platz gefunden – tritt ein Mann hinter dem Vorhang hervor und kündigt an, daß das Stück wegen Krankheit leider ausfallen müsse. Er tritt zurück, eine Weile passiert nichts, dann eine Lautsprecheransage, das Licht bleibt auch im Zuschauerraum an, der Vorhang öffnet sich schließlich: ein Detailausschnitt von Millais’ Ophelia (1851/52) ist im Hintergrund zu sehen, ein Thron, eine Leiter, ein Eimer, eine Einlassung in den Bühnenboden – ein Mann tritt auf und beginnt, die Requisiten von der Bühnen zu räumen. Erst nach ein paar Minuten bemerkt er das Publikum, versucht es erneut zum Gehen zu bewegen, da das Stück Hamlet, das für den Abend vorgesehen war, wegen des Beinbruchs des Hauptdarstellers nicht stattfinden kann. Das Publikum bleibt und der Mann beginnt zu erzählen…


Damit beginnt der etwas mehr als einstündige Monolog von Ingo Sassmann. Bühnenarbeit. Vorhangzieher. Und je mehr er sich in den Strudel von Wahrheit und Fiktion, von Bühne und Leben, Spiel und Wirklichkeit verstrickt, erfährt der Zuschauer wie Momentaufnahmen Lebensstationen aus seinem Leben. Selbst einst Schauspieler, durch einen amüsanten Zwischenfall bei einer Premiere in aller Munde, was ihn jedoch den Job kostet und ihm weitere Rollen verwehrt. Glücklich verliebt und schließlich verheiratet, doch die Ehe scheitert am versagten Erfolg.


Über pointierte Beobachtungen über die ‘ehemaligen Schauspielkollegen’, spitze Kommentare über die ‘aktuelle’ Theaterwelt, rezitierte Bruchstücke aus Hamlet, Romeo und Julia, Der Tartuffe oder Der Raub der Sabinerinnen wird der Ton ernster und das Schicksal eines Mannes offenbar, der das Leben immer nur vom Rand aus gesehen zu haben scheint, nur beobachtend, nie teilnehmend. Und wenn doch, dann endete es im Desaster. Die Haß-Liebe zum Theater, die Faszination der Illusion. Die hervorgehobene Wichtigkeit des Vorhangs wird zum Symbol für Sassmanns Beziehung zum Theater: er kann nicht in ihm (oder durch es) leben, aber auch nicht ohne es.


Peter W. Bachmann führt mit überzeugender Darstellung, gut plaziertem Witz und tragikomischer Biographie durch dieses Solostück von Rainer Lewandowski. Sparsam eingesetzte Interaktion mit dem Publikum, das ja selbst eine Rolle in diesem Stück spielt, läßt die Illusion aufrecht erhalten, ebenso wie das subtile Spiel mit Licht und den Techniken der Bühne.


heute weder hamlet“ am nt Halle. Unterhaltsam und sehenswert.